Foto: Sebastian Buff

 

Kompositionsauftrag an Ulrich A. Kreppein: Caligari (Arbeitstitel)

Landestheater Coburg, Deutschland

Im Auftrag des Landestheaters Coburg schreibt der Komponist Ulrich A. Kreppein mit Finanzierung durch die EvS Musikstiftung eine Art multiperspektivisches Musiktheater für Solisten, Chor und das Philharmonische Orchester. CALIGARI basiert auf dem Film „Das Cabinet des Dr. Caligari“ und erzählt von einer Gesellschaft in Angst. Der 1920 erschienene Stummfilm als Hallraum von Angst ist heute so aktuell wie Anfang des 20. Jahrhunderts. Er erzählt in expressionistischem Stil aus der Perspektive der Hauptfigur Franzis die Geschichte des wahnsinnigen Dr. Caligari, der durch den mordenden Somnambulen Cesare eine Stadt in Angst versetzt. Erst am Schluss wird deutlich, dass Franzis selbst der Insasse einer von Caligari geleiteten Nervenheilanstalt ist. Das diffuse Grundgefühl von Orientierungslosigkeit und Paranoia, das diesen Film prägt, entspricht dem heutigen Lebensgefühl in einer immer stärker vernetzten und zunehmend unübersichtlichen Welt. Angst in Form von Verlust von Orientierung und Sicherheit ist heute nicht nur in Bezug auf individuelle Befindlichkeiten relevant, sondern bestimmt auch in zunehmendem Maße politische und gesellschaftliche Diskurse. Das Musiktheaterprojekt CALIGARI untersucht die Wahrnehmung der von Angst besessenen Menschen. In enger Zusammenarbeit zwischen Regie, Komposition und Bühne soll ein neues Raumkonzept erprobt werden.


Weitere Informationen:
landestheater-coburg.de